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Keine Geburtstage heute...



Sie nennen ihn den Peffagewwa - Werner Lück läuft auch mit 90 noch über den Tennisplatz

 

werner90

Werner ist da nicht allein. Das Seniorentennis wächst weltweit rasant und hat das in erster Linie dem demographischen Wandel zu verdanken. „Die Chancen, heute selbstbestimmt älter zu werden, sind so gut wie noch nie. Im Vergleich zu unseren Großeltern leben wir zehn Jahre länger, sind im Schnitt gebildeter, gesünder und körperlich fitter“, schreiben der Arzt und Kabarettist Eckart von Hirschhausen und der Medizin­professor Tobias Esch in ihrem jüngst erschienenen Buch „Die bessere Hälfte“. Eine der wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse für das Älterwerden fasst von Hirschhausen so zusammen: „Der Körper hat objektiv seine Macken, doch der Geist emanzipiert sich von ihm als Glücksquell“. Wie das Glücksgefühl erreicht wird, ist letztlich egal. (Aus Tennismagazin)

Mit 90 noch auf dem Tennisplatz. Der Rummel um seinen Geburtstag ist ihm eigentlich gar nicht recht. "Ich fühle mich nicht wie 90", sagt er mit einem Lachen. Aber das sei besser als andersrum - sich wie 90 zu fühlen und erst 70 Jahre alt zu sein.

Ein Geheimrezept, dem er es zu verdanken hat, in diesem Alter noch so fit zu sein, hat er nicht." Ich weiß es nicht, ich hab halt gute Gene", sagt er mit einem Schmunzeln. Aber er habe auch sein Leben lang Sport gemacht. "Als junger Mensch habe ich lange Jahre Fußball gespielt." Später (1975) kam dann "ein bisschen Tennis" dazu.
Heute spielt er als ältester Spieler des TC Bliesmengen-Bolchen noch bei den Herren 65. Nicht mehr die Medenspiele, aber die Trainingseinheiten auf dem Freiplatz sowie die Einheiten in der Ommersheimer Halle besucht er regelmäßig. Der Donnerstag ist sein Tag, da ist er hellwach und gibt im Ü80er-Doppel Gas und "Peffa". Seine Reflexe sind phänomenal, seine läuferische Leistung unglaublich. Man sieht ihm an, dass er Spaß am Tennis hat.

Wenn er auch nach dem obligatorischen Donnerstags-Essen in seinen Minutenschlaf fällt, so ist er danach sofort wieder hellwach bei der Sache.
Unsere Trainingstruppe umfasst mittlerweile 16 Spieler alle über 65 Jahre. 4 Spieler über 80 Jahre, 7 über 70, man sieht, Tennis wirkt wie ein Jungbrunnen.

Neueste Studien sprechen dem Spiel mit der Filzkugel – im Vergleich zu anderen Sportarten – tatsächlich die größte lebensverlängernde Wirkung zu. Die Anfang September 2018 veröffentlichte „Copenhagen City Heart Study“ kommt zu dem Ergebnis, dass regelmäßiges Tennisspielen das Leben um knapp zehn Jahre verlängern kann. Zum Vergleich: Wer oft ins Fitnessstudio geht, hat „nur“ Chancen auf zusätzliche anderthalb Jahre. Joggern werden etwas mehr als drei Extra-Jahre geschenkt.

So positiv die Studie gerade für Tennisspieler auch ausfällt: Experte Kleinert bringt einen wichtigen Faktor ins Spiel, den die Autoren der Studie zu wenig in ihre Ergebnisse mit einbezogen haben – den Bildungsstatus. „Bei Tennisspielern kann man grundsätzlich einen hohen Bildungsgrad annehmen. Das heißt: Sie wissen, was gut für die Gesundheit ist und sie achten besser auf sich“, ­erläutert er. Hinzukommt, dass ­Tennisspieler in der Regel wohlhabend sind, was sich ebenfalls oft in einem gesunden Lebensstil widerspiegelt. Viele Punkte sorgen also dafür, dass Tennis bei Senioren beliebt ist und es ihnen gut tut.

Also Freunde, wie gewohnt schon mittwochs die Tasche packen um donnerstags pünktlich auf dem Platz zu sein.